Photovoltaik 2026: Lohnt sich das?
Stand: 08.2026
Die kurze Antwort: Eine 10-kWp-Anlage mit 10-kWh-Speicher kostet 2026 rund 17.000 €, liefert etwa 10.000 kWh Strom pro Jahr und rechnet sich je nach Verbrauch in 10 bis 15 Jahren, bei 25 bis 30 Jahren Lebensdauer der Module. Der Systempreis liegt mit 1.015 € je kWp auf einem historischen Tiefstand.
Die lange Antwort hängt an einer einzigen Frage: Wie viel von deinem Solarstrom verbrauchst du selbst? Denn dort liegt das Geld, nicht in der Einspeisung. Diese Übersicht rechnet beides durch und zeigt, was 2026 rechtlich und förderseitig gerade passiert.
Direkt rechnen: Der Solarrechner zeigt Ertrag, Autarkiegrad, Kosten und Amortisation für dein Dach, ohne Kontaktdaten und mit offengelegten Annahmen.
Warum der Eigenverbrauch alles entscheidet
Jede Kilowattstunde Solarstrom kann zwei Wege gehen, und die sind unterschiedlich viel wert:
| Weg | Wert je kWh | Warum |
|---|---|---|
| Selbst verbrauchen | rund 30 ct | Du kaufst diese kWh nicht beim Versorger |
| Ins Netz einspeisen | 7,70 ct | Einspeisevergütung für Anlagen bis 10 kWp |
Selbst verbrauchter Strom ist also fast viermal so viel wert wie eingespeister. Das ist der ganze Kern der Wirtschaftlichkeit: Eine Anlage, deren Strom zu 60 % im eigenen Haus bleibt, rechnet sich schnell; eine, die 80 % einspeist, wird zum Geduldsspiel.
Genau deshalb sind Wärmepumpe, E-Auto und ein Speicher keine Extras, sondern die Hebel, die aus einer PV-Anlage ein Geschäft machen.
Zwei Beispielrechnungen
Beide Male dieselbe Anlage: 10 kWp mit 10-kWh-Speicher für 17.000 €, 10.000 kWh Jahresertrag, Strompreis 30 ct/kWh, Betriebskosten 1,5 % der Investition pro Jahr.
| Nur Haushalt | Mit Wärmepumpe und E-Auto | |
|---|---|---|
| Jahresstromverbrauch | 4.500 kWh | 9.000 kWh |
| davon aus der eigenen Anlage | rund 2.900 kWh | rund 4.950 kWh |
| Ersparnis Eigenverbrauch | 870 € | 1.485 € |
| Einspeisevergütung | 545 € | 389 € |
| abzüglich Betriebskosten | −255 € | −255 € |
| Nutzen pro Jahr | rund 1.160 € | rund 1.620 € |
| Amortisation | rund 15 Jahre | rund 10 Jahre |
Derselbe Kaufpreis, fünf Jahre Unterschied: Nicht die Anlage entscheidet, sondern was im Haus an Verbrauchern hängt. Wer neu baut, plant deshalb Wärmepumpe und Wallbox von Anfang an mit, siehe Photovoltaik im Neubau.
Was 2026 gerade passiert
Zwei Entwicklungen machen dieses Jahr zu einem besonderen Zeitpunkt:
1. Die Einspeisevergütung steht vor dem Umbau. Das Bundeskabinett hat am 29. Juli 2026 eine EEG-Novelle beschlossen, die für neue Anlagen die feste Vergütung durch ein anderes Modell ersetzen soll. Der Entwurf ist noch kein geltendes Recht, Bundestag und Bundesrat müssen zustimmen. Wer 2026 in Betrieb geht, bekommt weiterhin die heutigen Sätze für 20 Jahre garantiert. Details und Zahlen: Einspeisevergütung.
2. Die Solarpflicht wird bundesweit. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG); es führt ab 2027 gestaffelt eine bundesweite Solarpflicht ein, neue Wohngebäude sind ab 2030 dran. In sieben Bundesländern gibt es schon heute Landespflichten. Wer betroffen ist: Solarpflicht nach Bundesland.
Die richtige Größe
Die alte Regel „Anlage nach heutigem Verbrauch dimensionieren” ist überholt. Der Grund steht in der Tabelle oben: Der Verbrauch wächst mit Wärmepumpe und E-Auto verlässlich, und jedes zusätzliche kWp wird billiger, weil Gerüst, Wechselrichter, Planung und Anmeldung ohnehin anfallen.
Für ein Einfamilienhaus heißt das 2026 meist 8 bis 12 kWp statt der historischen 5. Als Faustzahlen für die Überschlagsrechnung:
- Ertrag: rund 1.000 kWh pro kWp und Jahr; in Süddeutschland eher 1.050, im Norden eher 900.
- Dachfläche: rund 5 m² je kWp bei modernen Modulen.
- Speicher: etwa 1 kWh Speicher je 1 kWp Anlagenleistung, mehr bringt selten mehr.
- Steuer: 0 % Mehrwertsteuer bis 30 kWp, alle Preise auf dieser Seite sind Endpreise.
Wie viel dein Dach hergibt, hängt vor allem an seiner Form: Dachform und PV-Ertrag rechnet Sattel-, Pult-, Walm-, Zelt- und Flachdach einzeln durch.
Was diese Seiten für dich klären
| Frage | Seite |
|---|---|
| Was kostet die Anlage genau, Posten für Posten? | PV-Kosten 2026 |
| Was bekomme ich für eingespeisten Strom? | Einspeisevergütung |
| Muss ich überhaupt? | Solarpflicht nach Bundesland |
| Passt PV auf mein Dach? | Dachform und Ertrag |
| Was gibt es an Förderung? | PV-Förderung 2026 |
| Lohnt sich ein Speicher? | Stromspeicher |
| Wie passt die Wärmepumpe dazu? | Wärmepumpe und PV |
| Und das E-Auto? | Wallbox und PV |
| Kaufen oder mieten, welcher Betrieb? | Anbieter vergleichen |
| Was muss ich beim Neubau mitplanen? | Photovoltaik im Neubau |
| Ich habe nur einen Balkon | Balkonkraftwerk 2026 |
| Wie finanziere ich das? | KfW 270 und der Finanzierungsrechner |
Häufige Fragen
Lohnt sich Photovoltaik ohne Speicher? Ja, oft sogar schneller: Der Speicher kostet rund 5.000 € und verlängert die Amortisation, auch wenn er den Nutzen erhöht. Dazu zwei Kennzahlen, die gern verwechselt werden. Der Autarkiegrad sagt, wie viel deines Verbrauchs die Anlage deckt: ohne Speicher 30 bis 40 %, mit Speicher bis zu 70 %. Der Eigenverbrauchsanteil sagt, wie viel deiner Erzeugung im Haus bleibt: ohne Speicher rund 30 %, mit Speicher je nach Verbrauch 30 bis 50 %. Wer tagsüber zu Hause ist oder ein E-Auto lädt, kommt auch ohne Speicher weit.
Muss ich die Anlage versteuern? Für Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden gilt seit 2023 der Nullsteuersatz bei der Umsatzsteuer (§ 12 Abs. 3 UStG), und die Einnahmen sind einkommensteuerfrei (§ 3 Nr. 72 EStG). Für den Normalfall Einfamilienhaus heißt das: keine Umsatzsteuer beim Kauf, keine Steuererklärung für den Solarstrom.
Wie lange hält eine PV-Anlage? Module haben typisch 25 bis 30 Jahre Lebensdauer, Hersteller garantieren meist 25 Jahre auf mindestens 80 % der Anfangsleistung. Der Wechselrichter ist das erste Verschleißteil und wird nach 12 bis 15 Jahren fällig, mit rund 1.500 bis 2.500 € Ersatzkosten; er steckt in den 1,5 % Betriebskosten der Rechnung oben.
Ist das Dach nach 20 Jahren kaputt? Im Gegenteil: Module schützen die Eindeckung vor Hagel, UV-Strahlung und Frost. Wichtig ist die Reihenfolge: Steht in den nächsten Jahren eine Dachsanierung an, gehört sie vor die Montage, sonst zahlst du Abbau und Wiederaufbau der Anlage.
Quellen: Bundesnetzagentur (Vergütungssätze), Fraunhofer ISE (Systempreis 1.015 €/kWp, Stand 03.2026), § 12 Abs. 3 UStG und § 3 Nr. 72 EStG (Steuer), Gebäudemodernisierungsgesetz. Alle Rechenbeispiele sind Modellrechnungen mit offengelegten Annahmen, Stand 08.2026; die tatsächlichen Werte hängen von Standort, Dach und Verbrauchsprofil ab.
HausbauAtlas-Redaktion. Sorgfältig recherchiert, alle Angaben ohne Gewähr.