Heizungstausch: Kosten und Förderung

Stand: 26.08.2026

Der Heizungstausch ist die Sanierungsmaßnahme mit der höchsten Förderquote — bis zu 70 % übernimmt der Staat über das KfW-Programm 458. Gleichzeitig ist er die Maßnahme, die am meisten Vorarbeit verlangt: Eine Wärmepumpe in einem ungedämmten Haus mit alten Heizkörpern arbeitet teuer und ineffizient.

Was der Tausch kostet

System Kosten installiert (Altbau) Förderfähig
Luft-Wasser-Wärmepumpe 25.000–40.000 € ja
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdsonde) 35.000–55.000 € ja
Pelletheizung 25.000–40.000 € ja
Gas-Brennwert (nur mit EE-Anteil zulässig) 12.000–20.000 € nein
Fernwärme-Anschluss 10.000–20.000 € ja

Im Altbau liegen die Wärmepumpen-Kosten deutlich über dem Neubau-Niveau: Oft müssen Heizkörper getauscht, Rohre angepasst und ein Pufferspeicher ergänzt werden.

Die Förderung (Stand August 2026)

Über KfW 458:

Förderfähig sind seit Juli 2026 maximal 28.000 € pro Wohneinheit. Bei voller Ausschöpfung ergibt das rund 19.600 € Zuschuss in Regelfällen — bei einer 32.000-€-Wärmepumpe bleibt ein Eigenanteil von etwa 12.400 €. Alle Sätze und die Antragsreihenfolge stehen unter Sanierungsförderung.

Was das Gesetz verlangt

Das Gebäudeenergiegesetz schreibt für neu eingebaute Heizungen einen Anteil von 65 % erneuerbarer Energie vor — mit Übergangsfristen, die an die kommunale Wärmeplanung gekoppelt sind. Praktisch heißt das: Wärmepumpe, Fernwärme, Biomasse oder Hybridlösungen. Reine Gas- oder Ölheizungen sind im Bestand nur noch in Ausnahmen und mit EE-Nachweis zulässig.

Dazu kommt: Konstanttemperaturkessel über 30 Jahre müssen ohnehin ausgetauscht werden — eine Pflicht, die beim Hauskauf auf den neuen Eigentümer übergeht.

Die Vorarbeit, die über die Effizienz entscheidet

  1. Heizlastberechnung statt Daumenregel — sie bestimmt die richtige Größe. Zu groß dimensionierte Wärmepumpen takten und verschleißen.
  2. Vorlauftemperatur prüfen: Kommt das Haus mit 45–55 °C aus? Ein Test in der kalten Jahreszeit (Thermostate voll auf, Vorlauf schrittweise senken) zeigt es ohne Rechnung.
  3. Heizkörper prüfen: Alte Rippenheizkörper brauchen hohe Vorlauftemperaturen. Größere Flächen oder Niedertemperatur-Heizkörper sind oft günstiger als eine Fußbodenheizung nachzurüsten.
  4. Hydraulischer Abgleich — Pflicht für die Förderung und Grundlage jeder effizienten Anlage.
  5. Erst dämmen, wo einfach möglichKellerdecke und oberste Geschossdecke senken die Heizlast vor der Dimensionierung.

Häufige Fragen

Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau? Ja, wenn die Vorlauftemperatur unter etwa 55 °C bleibt. Das ist in den meisten Bestandshäusern nach Teilsanierung erreichbar — Felduntersuchungen zeigen, dass auch unsanierte Altbauten oft besser abschneiden als erwartet. Entscheidend ist die Prüfung im Einzelfall, nicht das Baujahr.

Was ist mit Hybridheizungen? Wärmepumpe plus Spitzenlastkessel ist zulässig und kann eine Brücke sein — die Förderung fällt dann aber anders aus als bei der reinen Wärmepumpe. Vor der Entscheidung durchrechnen lassen.

Wann sollte ich tauschen? Solange die alte Anlage läuft — dann hast du Zeit für Planung, Angebote und Antrag. Beim Ausfall im Winter entscheidet der Notfall, und der ist immer teurer. Für alte fossile Anlagen gibt es zusätzlich den Klimageschwindigkeitsbonus, der über die Jahre abschmilzt.


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