Photovoltaik-Kosten 2026: Preise pro kWp
Stand: 08.2026
Photovoltaik war nie günstiger: Der durchschnittliche Systempreis liegt laut Fraunhofer ISE bei 1.015 € je kWp (Stand März 2026), rund 4 % unter dem Vorjahr und ein historischer Tiefstand. Dazu kommt der Nullsteuersatz, alle Preise auf dieser Seite sind also Endpreise ohne Mehrwertsteuer.
Diese Seite zeigt die Preise nach Anlagengröße, woraus sie sich zusammensetzen und welche Posten in vielen Angeboten fehlen.
Preise nach Anlagengröße
Aufdach-Anlage, schlüsselfertig montiert, inklusive Modulen, Wechselrichter, Unterkonstruktion, Verkabelung, Netzanmeldung und Inbetriebnahme:
| Größe | Dachfläche | ohne Speicher | mit passendem Speicher | Jahresertrag |
|---|---|---|---|---|
| 5 kWp | ca. 25 m² | 6.000–8.500 € | 9.500–13.500 € | ca. 5.000 kWh |
| 8 kWp | ca. 40 m² | 8.500–12.000 € | 12.500–17.000 € | ca. 8.000 kWh |
| 10 kWp | ca. 50 m² | 10.000–14.000 € | 15.000–20.000 € | ca. 10.000 kWh |
| 15 kWp | ca. 75 m² | 14.000–18.500 € | 19.000–25.000 € | ca. 15.000 kWh |
| 20 kWp | ca. 100 m² | 18.000–23.000 € | 23.000–30.000 € | ca. 20.000 kWh |
Zwei Muster stecken in der Tabelle. Erstens: Je größer die Anlage, desto günstiger das kWp. Gerüst, Wechselrichter, Planung, Anfahrt und Netzanmeldung fallen fast unabhängig von der Modulzahl an; bei 5 kWp verteilen sie sich auf wenig Leistung, bei 20 kWp auf viel. Zweitens: Der Ertrag folgt der Faustzahl 1.000 kWh je kWp und Jahr, in Süddeutschland eher 1.050, im Norden eher 900.
Woraus sich der Preis zusammensetzt
Bei einer typischen 10-kWp-Anlage ohne Speicher verteilen sich rund 12.000 € so:
| Posten | Anteil | Betrag |
|---|---|---|
| Module | ca. 30 % | 3.600 € |
| Wechselrichter | ca. 12 % | 1.400 € |
| Unterkonstruktion, Kleinteile | ca. 13 % | 1.600 € |
| Montage und Elektroinstallation | ca. 33 % | 4.000 € |
| Planung, Anmeldung, Inbetriebnahme | ca. 12 % | 1.400 € |
Bemerkenswert daran: Die Module sind längst nicht mehr der größte Posten. Der Preisverfall der letzten Jahre fand fast vollständig bei der Hardware statt; Handwerkerstunden sind eher teurer geworden. Wer beim Vergleich nur auf die Modulmarke schaut, vergleicht ein Drittel des Angebots.
Die Posten, die im Angebot oft fehlen
Genau wie beim Hausbau entscheidet nicht der Angebotspreis, sondern die Vollständigkeit:
- Zählerschrank-Erneuerung: 1.000 bis 3.000 €. Der häufigste Nachschlag überhaupt. Ältere Zählerschränke erfüllen die Anforderungen des Netzbetreibers nicht; ohne Erneuerung geht die Anlage nicht ans Netz. Lass dir den Zählerschrank vor Vertragsschluss ansehen.
- Gerüst: 500 bis 1.500 €, je nach Traufhöhe und Dauer.
- Erdarbeiten und Leitungswege, wenn Wechselrichter oder Speicher weit vom Zählerpunkt entfernt stehen.
- Ersatzstrom- oder Notstromfunktion: 500 bis 2.000 €. Ohne sie steht die Anlage bei Stromausfall still, auch bei Sonnenschein.
- Taubenschutz, Blitzschutz, Überspannungsschutz, je nach Lage und Bestand.
Frag außerdem, ob Anmeldung beim Netzbetreiber und Eintrag ins Marktstammdatenregister enthalten sind. Beides ist Pflicht und in seriösen Angeboten dabei.
Was der Speicher kostet und wann er sich lohnt
Installiert liegen Heimspeicher bei 400 bis 800 € je kWh Kapazität; für die üblichen 10 kWh also rund 5.000 €. Reine Speicherpreise sind zwar deutlich gefallen, die Installation ist es nicht.
Der Speicher hebt den Autarkiegrad, also den Anteil deines Stromverbrauchs, den die eigene Anlage deckt: ohne Speicher 30 bis 40 %, mit Speicher bis zu 70 % (Werte nach HTW Berlin). Er verdient sein Geld über die Differenz zwischen Strompreis (rund 30 ct) und Einspeisevergütung (7,70 ct). Faustregel für die Größe: etwa 1 kWh Speicher je kWp Anlagenleistung. Größere Speicher füllen sich im Winter nicht mehr und verlängern nur die Amortisation.
Die Faustregel für den Angebotsvergleich
Zwei Zahlen genügen, um ein Angebot einzuordnen:
- Ohne Speicher: höchstens 1.600 € je kWp (Faustwert von Finanztip); bei größeren Anlagen liegt der marktübliche Preis deutlich darunter, siehe Tabelle oben.
- Mit Speicher: höchstens 2.200 € je kWp, ebenfalls nach Finanztip.
Liegt ein Angebot deutlich darüber, ist entweder Sonderausstattung drin oder Marge. Hol wie beim Hausbau drei Angebote mit identischem Leistungsumfang ein, sonst vergleichst du Prospekte statt Preise.
Zwei Warnzeichen aus dem Markt: Miet- und Pachtmodelle wirken günstig, kosten über die Laufzeit aber meist deutlich mehr als der Kauf. Und Anbieter, die nur einen Monatsbetrag nennen statt eines Kaufpreises, verkaufen einen Vertrag, keine Anlage.
Betriebskosten: 1,5 % pro Jahr
Eine PV-Anlage ist wartungsarm, aber nicht kostenlos. Rechne mit rund 1,5 % der Investition pro Jahr, bei 17.000 € also etwa 255 €. Darin stecken:
- Versicherung (meist als Erweiterung der Wohngebäudeversicherung, 50 bis 150 € im Jahr)
- Zählermiete und Rücklage für den Wechselrichter, der nach 12 bis 15 Jahren fällig wird (1.500 bis 2.500 €)
- gelegentliche Reinigung und Prüfung
Häufige Fragen
Warum ist eine kleine Anlage pro kWp teurer? Weil Gerüst, Wechselrichter, Anfahrt, Planung und Netzanmeldung fast unabhängig von der Anlagengröße anfallen. Bei 5 kWp verteilen sich diese Fixkosten auf wenig Leistung, bei 15 kWp auf dreimal so viel. Deshalb lohnt es sich fast immer, das Dach voll zu belegen statt knapp zu dimensionieren.
Gilt der Nullsteuersatz für alles? Für Photovoltaikanlagen auf oder an Wohngebäuden bis 30 kWp gilt seit Januar 2023 der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG, und zwar für Module, Speicher, Wechselrichter und Montage. Nicht erfasst sind Zubehör ohne direkten PV-Bezug und reine Reparaturen an Bestandsanlagen.
Wie viel teurer ist Indach statt Aufdach? Indach-Systeme ersetzen die Dacheindeckung und kosten in der Anlage mehr, sparen aber die Ziegel darunter. Beim Neubau ist der Aufpreis dadurch klein und optisch oft die schönere Lösung; im Bestand lohnt sich der Wechsel meist nur, wenn das Dach ohnehin neu gedeckt wird. Mehr dazu unter Photovoltaik im Neubau.
Kann ich die Anlage über die KfW finanzieren? Ja, über den KfW-Kredit 270 für Erneuerbare Energien; Zuschüsse gibt es dort nicht mehr. Beim Neubau ist es meist günstiger, die Anlage direkt in die Baufinanzierung aufzunehmen, weil die Zinsen niedriger und die Laufzeiten länger sind.
Quellen: Fraunhofer ISE, Systempreis 1.015 €/kWp (Stand 03.2026); § 12 Abs. 3 UStG für den Nullsteuersatz; Vergütungssätze der Bundesnetzagentur. Preisspannen sind Marktbeobachtung, Stand 08.2026, und schwanken regional sowie mit der Auftragslage der Betriebe.
HausbauAtlas-Redaktion. Sorgfältig recherchiert, alle Angaben ohne Gewähr.