Haus mit Einliegerwohnung: Kosten und Miete

Stand: 26.08.2026

Die Einliegerwohnung ist das Haustyp-Konzept mit der direktesten Verbindung zur Finanzierung: Sie kostet 60.000 bis 100.000 € extra und bringt 500 bis 900 € Miete im Monat. Bei aktuellen Zinsen finanziert sie sich damit oft selbst — und wenn nicht vermietet wird, ist sie Platz für Familie, Büro oder das Alter.

Was sie kostet

Variante Mehrkosten Wohnfläche
Kleine Einliegerwohnung (1 Zimmer + Bad + Küchenzeile) 60.000–80.000 € 30–45 m²
Vollwertige Wohnung (2 Zimmer) 80.000–120.000 € 50–70 m²
Ausbaureserve im Untergeschoss vorbereitet 15.000–25.000 € später ausbaubar

Der Aufpreis ist kein reiner Flächenpreis: Zweites Bad, zweite Küche, separater Eingang, getrennte Zähler, Schallschutz und je nach Landesbauordnung ein zusätzlicher Stellplatz treiben die Kosten. Pro Quadratmeter liegt die Einliegerwohnung damit über dem normalen Baukosten-Schnitt.

Die Rechnung

100.000 € Mehrkosten, mitfinanziert zu 3,8 % bei 2 % Tilgung: rund 483 € Monatsrate. Dem stehen bei 45 m² und 13 €/m² Kaltmiete etwa 585 € gegenüber. Die Wohnung trägt sich also — solange sie vermietet ist.

Ehrlich gegengerechnet:

Der Bau-Aspekt, der über alles entscheidet

Schallschutz. Die Trenndecke zwischen den Wohneinheiten muss erhöhten Schallschutz erfüllen — schwimmender Estrich, Trittschalldämmung, entkoppelte Bauteile. Wer hier spart, hört jahrzehntelang mit. Die Anforderungen und Lösungen ähneln denen beim Doppelhaus, nur vertikal.

Dazu: separater Eingang (erhöht Vermietbarkeit deutlich), eigene Zähler für Strom, Wasser und Wärme, sowie ein Blick in den Bebauungsplan — manche Gebiete beschränken die Zahl der Wohneinheiten oder verlangen zusätzliche Stellplätze.

Steuer und Förderung

Vermietung macht aus einem Teil deines Hauses ein Renditeobjekt: Der auf die Einliegerwohnung entfallende Anteil an Zinsen, Abschreibung (2 % pro Jahr auf die Gebäudekosten) und laufenden Kosten ist als Werbungskosten absetzbar. Das verbessert die Rechnung spürbar — die konkrete Aufteilung gehört in ein Gespräch mit dem Steuerberater, nicht in einen Ratgeber.

Bei der KfW-Förderung zählen mehrere Wohneinheiten teils höhere Förderbeträge — vorab prüfen lassen.

Häufige Fragen

Erhöht eine Einliegerwohnung die Finanzierungschancen? Ja: Banken rechnen kalkulatorische Mieteinnahmen (meist mit Abschlag) in deine Haushaltsrechnung ein — das verbessert die tragbare Rate, siehe Baufinanzierungs-Guide.

Was ist der Unterschied zum Zweifamilienhaus? Die Einliegerwohnung ist deutlich kleiner als die Hauptwohnung und meist untergeordnet (eigener Eingang, aber kein eigenes Grundstücksrecht). Beim echten Zweifamilienhaus sind beide Einheiten gleichwertig — baurechtlich und steuerlich ein anderer Fall.

Kann ich sie später ausbauen? Ja — die günstigste Variante ist, die Ausbaureserve beim Bau vorzubereiten (Leitungen, Anschlüsse, Schallschutz in der Decke, separater Eingang) und den Ausbau später zu machen. Das kostet beim Bau 15.000–25.000 € und spart später ein Vielfaches.


Ob sich die Mehrkosten in deiner Finanzierung abbilden lassen, zeigt der Finanzierungsrechner — einfach beide Varianten durchrechnen.

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