Bauversicherungen: Was wirklich nötig ist

Stand: 26.08.2026

Rund um den Hausbau werden ein Dutzend Versicherungen angeboten — nötig sind drei. Die gute Nachricht: Sie kosten zusammen selten mehr als 800 € für die gesamte Bauzeit. Die schlechte: Wer die Bauherrenhaftpflicht vergisst, haftet privat und unbegrenzt.

Die drei, die du brauchst

Versicherung Kosten (Bauzeit) Deckt ab
Bauherrenhaftpflicht 50–150 € Personen- und Sachschäden Dritter auf deiner Baustelle
Bauleistungsversicherung 200–500 € Schäden am Bau selbst: Sturm, Vandalismus, Diebstahl fest verbauter Teile
Feuerrohbauversicherung oft 0 € Brand während der Bauphase — meist kostenlos in der späteren Wohngebäudeversicherung enthalten

Bauherrenhaftpflicht ist die wichtigste: Als Bauherr trifft dich die Verkehrssicherungspflicht für die Baustelle. Stürzt ein Passant in deine offene Baugrube, haftest du mit deinem gesamten Vermögen. Die private Haftpflicht deckt Bauvorhaben nur bis zu kleinen Bausummen (oft 50.000 €) — beim Hausbau reicht das nie. Deckungssumme mindestens 3 Mio. €, besser 5 Mio.

Bauleistungsversicherung ist die „Kaskoversicherung des Baus”: Sie zahlt bei Sturm-, Wasser- und Frostschäden am Rohbau, bei Vandalismus und beim Diebstahl bereits eingebauter Teile (nicht bei losem Material). Nicht gesetzlich Pflicht, aber bei einer sechsstelligen Bausumme praktisch unverzichtbar. Manche Anbieter schließen sie bereits mit ab — im Bauvertrag prüfen, damit du nicht doppelt zahlst.

Feuerrohbauversicherung deckt Brandschäden am unfertigen Bau. Die meisten Versicherer gewähren sie kostenlos, wenn du die spätere Wohngebäudeversicherung bei ihnen abschließt — einfach danach fragen.

Was danach kommt

Zum Einzug wechselt der Schutz:

Was du nicht brauchst

Häufige Fragen

Wann muss die Bauherrenhaftpflicht spätestens laufen? Ab dem ersten Spatenstich — genauer: sobald die Baustelle eingerichtet ist. Schließe sie ab, bevor der Bagger kommt.

Zahlt die Bauleistungsversicherung bei Baumängeln? Nein. Sie deckt unvorhergesehene Schäden von außen, nicht Fehler des Unternehmers — dafür gilt die Gewährleistung.

Ist Elementarschaden wirklich nötig? Prüfe die Hochwasser- und Starkregengefährdung deiner Adresse (Zonierungssysteme der Versicherer, kommunale Starkregenkarten). In Gefährdungsklassen 1–2 ist der Zuschlag gering; ab Klasse 3 wird es teuer, aber dann brauchst du sie erst recht.


Versicherungen gehören zu den Baunebenkosten — dort findest du alle weiteren Posten, die im Hauspreis fehlen.

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